Erste Panik? Richtig Handeln Schritt für Schritt

Die Angst kommt schleichend. Betroffene von Angststörungen merken oft nicht, was mit ihnen passiert. Erst bei der ersten Panikattacke fällt ihnen auf, dass etwas nicht stimmt.  Von diesem Punkt an gilt es richtig und bewusst zu handeln, um schnell wieder gesund zu werden. Dieser Artikel zeigt erste Schritte und bietet wichtige Tipps zum richtigen Handeln und Vorgehen.

„Statt in Jubel auszubrechen hatte ich einen Nervenzusammenbruch oder Panikanfall (was auch immer) bekommen. Ich hatte wirklich den Eindruck wahnsinnig zu werden.“ beschreibt eine Autorin im Psychologieforum hilfesuchend ihren Zustand nach einer Zusage für einen neuen Job unter der Frage „Was passiert mit mir?“. Die erste Panikattacke kommt oft nicht aus heiterem Himmel. Der Stress kommt schleichend und unbemerkt über einen langen Zeitraum.

Oft verstehen die Betroffenen nicht, was mit ihnen passiert. „Stellen Sie sich eine Geige vor. Die Seiten sind gespannt. Der Geiger zupft an ihnen wie ein Besessener.“ beschreibt Shirley Trikett die nervliche Belastung, die zur emotionalen Überspannung und Panikattacken führt. „Solange sie zupfen, werden Sie sich nie erholen können.“ Das sei wie mehrfaches Hüpfen auf einem gebrochenen Bein.

Synptome – Stille Schreie von Körper und Seele

Shirly Trickett ist selbst Betroffene einer Angststörung, hat aber gelernt mit dieser zivilisationskrankheit umzugehen. Sie arbeitet als Therapeutin und Autorin zahlreicher erfolgreicher Bücher.

Shirly Trickett ist selbst Betroffene einer Angststörung, hat aber gelernt mit dieser zivilisationskrankheit umzugehen. Sie arbeitet als Therapeutin und Autorin zahlreicher erfolgreicher Bücher.

Durch zu hohe nervliche Belastung steigt der Adrenalinspiegel. Müdigkeit und Muskelnschmerzen werden mehr. Darüber hinaus verändern sich die chemischen Prozesse im Gehirn. Bei häufigem Schwitzen an den Händen und unter den Armen, Herzklopfen, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger und Kopfschmerzen. Nackenverspannungen, Rückenschmerzen, Engegefühle in der Brust und wacklige Knie sind ein Zeichen für chronische Muskelverkrampfung.

Nicht nur die körperliche Belastbarkeit erreicht ihre Grenzen. Auch die Seelische. Wer unter überstrapazierten Nerven leidet, ist häufig überreizt und ärgert sich über alltägliche Dinge wie die Wartezeiten, neckische Bemerkungen und andere Kleinigkeiten. Alles wird zum Problem. „Sind Sie in der Wohnung, möchten Sie am liebsten draußen sein; sind Sie draußen, möchten Sie am liebsten wieder drinnen sein“ erklärt Trickett die nervöse Unruhe, die Betroffene ständig begleitet. Weitere emotionale Anzeichen für eine Angststörung sei das ständige Erledigen mehrer Dinge gleichzeitig in wahnsinniger Geschwindigkeit, geistige Verwirrung, schnelles Sprechen, Konzentrationsprobleme, Unwohlsein in Gesellschaft, Angst Einkaufen zu gehen wegen der Blicke, Gedankenkreisen und Spekulation über das, was andere über einen denken.

Handeln – Hilfe zur Selbsthilfe

Aus Hilflosigkeit und Scham suchen Betroffene oft erstmals Hilfe im Internet. Der Netdoktor Christian Maté rät einen Arzt aufzusuchen. Sollte sich herausstellen, dass die Symptome auf eine körperliche Krankheit zurückzuführen sind, gilt es einen Psychologen aufzusuchen. Eine Psychotherapie hilft. Doch eine ausschließlich psychotherapeutische Behandlung sei ein umständlicher Weg zur Angstbewältigung, meint Trickett und rät in erster Linie zu bewusstem Handeln und bewussten Leben. Selbiges wird auch Patienten in psychologischen Kliniken bei gebracht.

Erst wenn der Körper gut behandelt wird, kann die Therapie wirklich erfolgreich sein. Eine regelmäßige, gesunde Ernährung senkt den Blutzuckerspiegel. Zigaretten, Koffein, Alkohol und Drogen fördern die Häufigkeit von Panikattacken. Grundsätzlich gilt, die körperliche Erregbarkeit zu senken. Dazu muss auch die muskulöse Anspannung durch Massage, Physiotherapie und Entspannungstechniken wie z.B. progressive Muskelentspannung gelöst werden.

Langfristiges Umstrukturieren des eigenen „Ich’s“

Wer einmal von einer Angststörung betroffen ist kann nicht so schnell „geheilt“ werden. Übungen und Techniken für den Umgang mit Panikattacken werden zu einem notwenigen Übel. Die Angst-Panik-Hilfe rät in Stresssituationen zum Verlangsamen der Atmung, Kaugummi kauen, dem trinken von kaltem Wasser und Ablenkung durch Gespräche oder Musik. In der Therapie lernen Betroffene die Kontrolle über den Körper und die Gedanken zurück zu erlangen. Dieser Weg ist lang. Phantasiereisen wie Imaginationsübungen, Achtsamkeitsübungen zur besseren Selbstwahrnehmung und das Beeinflussen der Sinne durch Armoma, Kräutertees und körperliche Gegenreize wie Wärme und Kälte (z.B. mit Wärmflaschen, Kühlpacks) dienen zur Stabilisierung des Patienten.

Die Ursachen von Panikattacken liegen häufig weit zurück. Den Betroffenen gelingt es oft nicht, einen Zusammenhang zwischen den akuten Problemen und der Vergangenheit herzustellen. Erst wenn der Patient die Zusammenhänge kennt, darüber hinaus körperlich und psychisch stabil ist, kann er zur eigentlichen Traumatherapie übergehen. Dann folgt die Therapiemethode EMDR, in der die Angstzustände auf der emotionalen Ebene bearbeitet werden.

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One response to “Erste Panik? Richtig Handeln Schritt für Schritt”

  1. Sebastian says :

    Klingt interessant. Das Buch kenne ich noch nicht und da ich immer auf der Suche nach hilfreichen Infos zum Thema Angststörung & Co. befinde, bedanke ich mich für diesen Tipp!

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