Tierversuche zur Traumaforschung

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München forscht mit Experimenten an Mäusen nach schnelleren Heilmethoden gegen das Posttraumatische Stresssyndrom. Eine Studie der Uni Dresden habe ergeben, dass etwa zwei Prozent der Soldaten, die aus dem Krieg zurück kehren unter PTBS leiden, meldete der das Nachrichtenmagazin Focus Online letzte Woche. Ulrike Schmidt, die Leiterin des Max-Planck-Institut betont die Relevanz für schnellere Heilungsmethoden. Ein Film dokumentiert die Forschungsmethoden.

„Es gibt verhaltenstherapeutisch orientierte Traumapsychotherapie-Verfahren, die erfolgversprechend sind – der Nachteil ist aber, dass es sehr lange dauern kann, bis eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) überwunden ist. Darum arbeiten wir daran, neue Medikamente zur PTBS-Behandlung zu entwickeln.“ sagt Ulrike Schmidt,  Traumatherapeutin und -forscherin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie dem FOCUS ONLINE. Eine aktuelle Studie der Uni Dresden habe ergeben, dass etwa zwei Prozent der Soldaten, die aus dem Krieg zurück nach Deutschland kommen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, schreibt das Nachrichtenmagazin. Viele weitere leiden unter einzelnen Hauptsymptomen, wie zum Beispiel ständig wieder kehrenden Erinnerungen an die Schreckensbilder, die wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen, die sogenannten Flashbacks. Auch das Vermeiden bestimmter Situationen, die zuvor nie ein Problem dargestellt haben, wie das Autofahren aus Angst vor einem Unfall, sind ein Anzeichen der Krankheit. Nicht nur Soldaten, auch Unfallopfer wie Gerti Maxstadt, die ihre Geschichte in einem Film über die Trauma-Forschung des Max-Planck-Instituts in München erzählt, leiden unter dem Stresssyndrom. Schlaflose Nächte, Panikattacken, Übelkeit, Flashbacks und dissoziative Störungen, wie zum Beispiel der Verlust der Kontrolle von Körperbewegungen, sind die Folge.

Trauma – Part 2 – Ein Film aus dem Fach TV-Journalismus an der HS Ansbach

Der Verlauf und Dauer des posttraumatischen Belastungssyndroms sind individuell sehr unterschiedlich. Die Behandlung kann sich über Jahre erstrecken. Angstlösende Medikamente (Anxiolytika) und Antidepressiva können akute Beschwerden lindern. Um bessere Behandlungsmethoden und Medikamente gegen PTBS zu finden, forscht das Max-Planck-Institut mit akuten Patienten und Mäusen. Die Forschung an den Patienten wird mit einem Stress reduzierenden Therapiekonzept aus Gesprächs-, Kunst- und Bewegungstherapie kombiniert, während die Mäuse absichtlich Stresssituationen ausgesetzt werden, um den Verlauf der Krankheit zu untersuchen. Zum Beispiel erhalten die Mäuse einen unerwarteten elektrischen Schlag im Fuß. Nun muss die Maus das plötzliche Schock-Erlebnis verarbeiten, ähnlich wie der Mensch einen schweren Unfall oder Gewalt. Um frühkindliche Traumata zu untersuchen, werden bei einem anderen Versuch Mäusemutter und Mäusekinder kurzzeitig getrennt. In der Realität sind Kinder, die von ihrer Mutter getrennt aufwachsen oder ganz ohne Eltern in einem Weisenheim groß werden, nicht automatisch traumatisiert. Doch der Stress der Mäusekinder im Experiment reicht aus um einen den Menschen ähnlichen Verlauf der Stress-Entwicklung im Gehirn der Mäuse zu simulieren.

Bei PTBS liegt eine Veränderung der Funktion des Hippocampus vor. Das ist der Gehirnteil, der für das Einordnen von Erlebnissen und Erinnerungen zuständig ist. Bei schweren Schockerlebnissen wie Missbrauch, Kriegserlebnissen, schwere Unfälle oder massiver Gewalt speichert das Gehirn die Erlebnisse anders als Alltagserlebnisse ab. Dadurch können die Erlebnisse nicht verarbeitet werden. Durch die Störung kommt eine Erkrankung der Psyche zustande, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich schmälert.

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