Biomarker gegen posttraumatischen Stress

Ein Konsortium von US-Forschern will messbare Biomarker finden, mit denen sich die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung im Anfangsstadium erkennen und behandeln lässt.

Ein US-Konsortium aus Psychiatern, Neurobiologen und Informatikern will systematisch Verfahren aus verschiedenen Disziplinen kombinieren, um die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) schneller erkennen und behandeln zu können. Das Konsortium will Zivilisten und Soldaten untersuchen, die erst vor kurzem einen Autounfall hatten und noch keine Anzeichen von PTSD aufweisen. Mit Hilfe von genetischen Daten, physiologischen Messungen und Hirnscans wollen die Forscher verstehen, wie sich PTBS im Körper entwickelt und welche frühen Hinweise die Entstehung der Krankheit verraten. Da momentan PTBS mittels Interviews diagnostiziert wird, werde schätzungsweise die Hälfte aller PTSD-Fälle wird derzeit nicht erkannt.

Nicht nur Kriegsveteranen, auch Opfer von Gewalttaten, schweren Unfällen und anderen schweren Erlebnissen sind von den psychischen Folgen der Ereignisse betroffen. Laut Technology Review leiden in den USA fast acht Millionen Menschen an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSB). Auch in Deutschland ist die Krankheit keine Seltenheit mehr. Nach Bundesamt für Statistik lassen sich jährlich über 9000 Betroffene in deutschen Krankenhäusern mit PTBS behandeln. Der Bund deutscher Veteranen schätzt die Dunkelziffer wesentlich höher. Laut dem amerikanischen National Center for PTSD entwickeln neun Prozent aller Unfallopfer die Störung.

Dem Technology Review sagte Roger Pitman, PTSD-Experte, bislang bleibe die Hälfte aller Behandlungen wirkungslos. Er ist Psychiatrist im Massachusetts General Hospital, das die klinischen Studien zum Thema leitet. Bei manchen Patienten kehre die Störung nach einiger Zeit gar wieder zurück. Nun wolle man versuchen, Muster biologischer Abweichungen finden, die helfen, im voraus eine möglichst passende Therapie zu entwickeln.

Nun will das Konsortium der gemeinnützigen Forschungsorganisation Draper Laboratoryquantitative anhand von Blut- oder Urintests Biomarker (z.B. Zellen, Gene, Genprodukte oder bestimmte Moleküle wie Enzyme oder Hormone) erkennen, mit denen PTSD objektiv diagnostiziert werden kann. Darüber hinaus hofft man, die Biomarker könnten während einer Behandlung die Wirksamkeit überprüfen.

Neben den PTSD-Patienten-Studien wollen die Forscher auch Tierversuche machen, um molekulare und Zellveränderungen, die mit der Störung verbunden sind zu erkennen. Dverändere die DNA und erschwere die Bildung von Proteinen, die für das Gehirn wichtig sind.

Weitere Informationen:

Mit Biomarkern gegen Stress

Die Vermessung der Traumatisierung

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