Wer hilft Menschen mit PTBS jeden Tag? Eine App.

Eine PTBS-App soll als Therapeut für die Hosentasche Veteranen im Alltag helfen. Die Hilfe vom Handy soll die übliche Psychotherapie ergänzen.

Ein Psychotherapeut kann nicht jederzeit zur Stelle sein, wenn sein Patient ihn braucht. Eine Smartphone-App aber schon, dachten sich Mitarbeiter eines US-Ministeriums und haben den „PTSD“-Coach“ erfunden. Das U.S. Department of Veterans Affairs (Kriegsveteranen-Ministerium) bietet ein kostenloses Handy-Programm zum Herunterladen an. Der „PTSD-Coach“ soll Kriegsveteranen mit PTBS den Alltag erleichtern, indem er ihnen beim Umgang mit den Symptomen wie Panikattacken, Flashbacks und Dissoziationen hilft. Ein Klick genügt, und das App startet psychotherapeutische Übungen, mit denen der Betroffene beruhigt und abgelenkt werden soll. Im Notfall stellt die App eine Verbindung zu einer Selbsthilfe-Hotline oder zu einem engen Angehörigen her. Dem US-Ministerium zufolge nutzen bereits etwa 50.000 Menschen aus 60 Ländern diese App. Laut SPIEGEL-ONLINE ist sie eine der ersten ernstzunehmenden psychotherapeutischen Anwendungen für Mobiltelefone, die frei im Internet zur Verfügung steht – und womöglich der Beginn einer neuen Ära in der Psychotherapie.

Nutzer kritisieren, die APP (Android) wolle unbeschränkten Netzzugang und die Kontakte lesen. Letzteres sei für die gewünschte Funktionalität der APP unwichtig. Ein SPON-Leser schreibt: „Ich bin kein Abhörphobiker – aber das geht mir zu weit“. Andere User sind begeistert.  Auch Institutionen sehen die APP positiv. Im Jahr 2012 gewann das PTSD Coach Mobile-App den ATA President’s Award for Innovation.

Weitere Überlegungen und Ideen zum Thema technische Medien in der Psychotherapie sind in einem Blog unter http://www.psychotherapie-2-0.de zu finden.

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2 responses to “Wer hilft Menschen mit PTBS jeden Tag? Eine App.”

  1. Moon Stegk says :

    Traumatherapeutische Techniken sind eine große Hilfe für Betroffene.
    Voraussetzung ist eine stabile therapeutische Arbeitsbeziehung. Auf einem solchen tragfähigen Boden können diese Techniken gemeinsam mit der TherapeutIn eingeübt und reflektiert werden.
    Zusätzlich dazu mag eine Smartphone-App als technische Erinnerunghilfe dem einen oder anderen als Unterstützung dienen. Ein Ersatz für traumatherapeutische Arbeit ist das nicht.
    Denn:
    Techniken sind unverzichtbares Handwerkszeug.
    Heilsame menschliche (Arbeits-)Beziehung lässt durch das Trauma erschütterte/verlorengegangene Bindungsfähigkeit wieder wachsen und hilft dadurch heilen.
    Technik allein kann nicht heilen helfen.

  2. Prepaid says :

    Naja, aber ist es nicht gerade wichtig den Therapeuten vor sich zu haben und mit ihm zu reden. Für Leute die ausserhalb wohnen oder keinen Therapeuten in der Nähe haben macht das schon Sinn, aber trotzdem eine komische Sache. Eine Therapeuten App…

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