TraumaReport

Panikattacken sind kein Grund, Angst zu haben. Leider hat noch niemand eine einstweilige Verfügung dagegen erlassen, aber Verbrechen wie Gewalt, Missbrauch, Amokläufe, Krieg oder schwere Unfälle können krank machen. Studien der WHO weisen darauf hin, dass 30 bis 80 von 100 Menschen mit psychischen Erkrankungen unerkannt und unbehandelt sind. In keinem anderen Bereich der Medizin ist die Behandlungsrate so ungünstig.

Hier geht es um:

  • Opfer
  • psychologische Hilfe und Opferschutz
  • Therapien
  • Hilfe bei Panikattacken
  • Hilfe bei Flashbacks und anderen Symptomen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • soziale Phobie
  • Depression
  • Borderline Persönlichkeitsstörungen und andere Folgen

Dieses Blog ist Aufklärer und Helfer für Betroffene und Angehörige, für Mütter und Väter, Kollegen und Mitschüler und natürlich gefährdete Berufsgruppen wie Sozialarbeiter, Soldaten, Rettungskräfte, Polizisten, Feuerwehrleute, Journalisten und Lehrer. Menschen mit traumatischen Erlebnissen können an Traumafolgen erkranken, wie einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder sozialen Phobie. Das kann jedem passieren.

Caro Ritgen fragt:

Was passiert mit den Menschen, die Schlimmes erleben?

Dem Bundesamt für Statistik nach werden jährlich etwa 68 000 mit Symptomen von Reaktionen auf schwere Belastungen klinisch behandelt. Mehr als 10 000 davon erkranken an den langfristigen Folgen einer PTBS. Nicht selten treten die psychischen Folgen zeitversetzt auf, so dass die Betroffenen die Symptome nicht in Zusammenhang mit dem auslösenden Ereignis bringen oder es vielleicht sogar ganz vergessen haben.

Eine PTBS zieht manchmal Folgeerkrankungen wie eine Depression, Essstörungen oder eine soziale Phobie mit sich. Mit dem sogenannten „Krebs der Seele“ kann die Lebensqualität unmöglich werden. Tägliche Nervosität, Herzrasen, Grübelei, Alpträume, Schlafstörungen, Konzentrationsbeschwerden, Stimmungsschwankungen und Panikattacken bestimmen häufig das ganze Leben der Betroffenen. Das sind Menschen, die jahrelang nicht mehr Straßenbahn fahren oder einkaufen können. Manchmal wissen sie selber nicht, warum, denn Traumafolgen treten meist zeitversetzt auf.

Hinzu kommen soziale Ausgrenzung, Mobbing, Selbstisolation, Arbeitslosigkeit, Beziehungsverlust, Klinikaufenthalte, jahrelange Therapien und Einsamkeit. Nicht selten endet die Krankheit in Suizid.

Viele Menschen haben Angst vor psychich Kranken. Die Paradoxie: Es sind häufig Opfer, keine Täter. Die Menschen mit Panikattacken sind diejenigen, die noch mehr Angst haben als die Gesunden.

In Zeiten präsenter Gewalt an Schulen, Amokläufen oder dem Drama der Loveparade am 24. Juni 2010 gerät das Thema „Trauma“ in eine gesellschaftliche Präsenz, welches Normalität annehmen und in die Gesellschaft integriert werden sollte. Schlimmer geht immer: Kinder, die über Jahre sexuelle Gewalt erleben können an einer Boderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) erkranken. Das ist häufig die selbe Störung, die bei Sexualstraftätern im Gefängnis diagnostiziert wird. Auch werden PTBS und BPS in der Gesellschaft häufig verwechselt. So werden Sozialphobikern und PTBS-Patienten nicht selten von ihren Mitmenschen Dinge angedichtet, die nicht stimmen. Zum Beispiel, dass sie eine Persönlichkeitsstörung hätten. Das ist falsch: PTBS und soziale Phobie sind keine Persönlichkeitsstörungen und die meisten sind bei vollen Verstand.

Auch Opfer von Missbrauch mit einer BPS sind grundsätzlich nicht gefährlich. Die Persönlichkeitsstörung kann aber gefährlich werden, wenn aus Opfern Täter werden. Zum Beispiel können sich daraus das Münchhausen-Syndrom (= das „Lügen“-Syndrom) oder Münchhausen-by-Proxy-Syndrom entwickeln, bei dem Mütter ihre Kinder vergiften. In 2014 versucht dieses Blog auch Traumafolgen wie diese zu recherchieren.

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One response to “TraumaReport”

  1. Liese says :

    Echt guter Blog! Ich bin selbst Betroffene und denke es ist nötig hier mal so einiges an die Öffentlichkeit zu zerren.
    Und ich mag es sehr, dass die Texte ohne den häufig üblichen Betroffenheits-Mitleids-Ton auskommen, und doch sehr respektvoll sind!
    Mehr!!

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